Die Wintersportler

FSK Vollmarshausen e.V. Abteilung Wintersport

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Skifreizeit » La Villa « in den Dolomiten

Beginn:28.02.2015
Ende:07.03.2015

Wintersportler erlebten die Dolomiten

Das Kerzenlicht funkelte wärmend und spiegelte sich in den Weingläsern und in den Fenstern flackernd wieder, hinter denen es längst dunkel und winterlich kalt geworden war. Das schwere Silberbesteck lag professionell ausgerichtet zweifach auf jedem Platz und rahmte die beiden Teller ein. Alles war gerichtet für das Candle Light Dinner, für den romantische Auftakt unserer einwöchigen Skifreizeit in den italienischen Dolomiten. Nach fast zehnstündiger Busfahrt mit Börner Reisen, die uns Wintersportler vom FSK Vollmarshausen und KSV Baunatal seit Jahren sicher ins Skigebiet fahren, öffneten sich die Türen des in Kerzenlicht eingetauchten Gastraumes unseres Hotel Dolomiti im 1433 Meter hoch gelegenen La Villa.

Für die kommenden sechs Tage sollte der wenig spektakuläre, funktionale Wintersportort Ausgangspunkt für unsere Skierlebnisse auf insgesamt 500 Kilometer Pisten werden. Die Ortschaft gehört zur Gemeinde Badia und liegt im Gadertal. Bekannt ist sie den Skifans wegen der Ski-Weltcuprennen, die auf der bekannten, schwarzen “Gran Risa” Piste stattfinden, die direkt in den Ortskern von La Villa führt. Im Dezember tummeln sich in La Villa also die besten Skifahrer, jetzt im März - dank der wieder umfassenden Vorbereitung von Angelika - unsere beiden nordhessischen Skiclubs. Mit seinem Skigebiet Alta Badia liegt La Villa nur wenige Kilometer von Corvara entfernt und ist über Gondeln und Skilifte verbunden mit der "Sella-Ronda", dem 40 Kilometer langen Pistenrundkurs um das einmalige, spektakuläre Bergmassiv des "Sella". Bei Sonnenschein und vor allem in der Abendsonne beeindruckt dieses klüftige, fast senkrecht in den Himmel gewachsene Felsmassiv mit seinem rötlich- braun anmutendem Gestein.

Doch der Ausblick auf diese atemberaubende Natur aus blankem Fels, vereistem Schnee und wirbelnden Winden erwartete uns erst am nächsten Morgen. Jetzt lockte nach dem Check-In im Hotel erst einmal das duftende Antipasti-Bufett mit seinen verführerischen italienischen Köstlichkeiten. Schlagartig vergessen waren die Reisestrapazen und das morgendliche Aufstehen zu nächtlicher Stunde bei unseren Wintersportlern aus Baunatal, Kassel, Lohfelden, Vollmarshausen und Wellerode beim Anblick des Buffets mit Salat- und Fischplatten, Backwaren und Suppenterrine, Nudeln, Wurst und zartestem Vitello Tonnato. Unsere Skifreizeit begann mit einem kulinarischen Erlebnis, dem sich ein wohliger, entspannter Abend mit Südtiroler Weinen anschloss. Und wer in der Fastenzeit auf alkoholische Getränke verzichtete, der ergötzte sich am mineralreichen Wasser aus der regionalen Quelle. Für jeden war gesorgt, daran sollte sich auch an den kommenden Tagen bei den Skifahrten nichts ändern.

Am Morgen konnten wir es nicht erwarten. Schon kurz vor 9 Uhr schnallten sich die ersten von uns oben an der Bergstation die Skier an. Es war bewölkt und kühl. Nach der Skigymnastik zum Aufwärmen und dem anschließende dreimaligen "Brettli Hupf", dem aufmunternden Begrüßungsruf der Vollmarshäuser Skisportler, begann die sportliche Herausforderung mit einer ersten, leicht roten Piste. Die in dieser Region vorherrschenden breiten Pisten waren über Nacht professionell geebnet worden und lagen in vorzüglichem Zustand vor uns. Der Schnee knirschte unter den Skiern und spritzte nach jedem Schwung fontänenhaft den Hang hinunter. Das ließ die Herzen höher schlagen, waren wir zu früher Stunde doch die ersten Skifahrer, die auf der harten Piste ihre Spuren hinterließen. Das Skigebiet war zu groß, so dass sich die morgens gestarteten Gruppen von 2 bis 8 Wintersportlern auch nur nach Verabredung zur Mittagszeit in einer der zahlreichen Hütten begegneten. Doch dank des Performance-Check über die Liftkarte konnte am Abend der Tag im Internet detailliert nachverfolgt und diskutiert werden: 27 Lifte gefahren, 8.000 Höhenmeter bewältigt und 40 Kilometer Skipisten wedelnd zurückgelegt - der erste Tag hatte richtig Freude gemacht.

Mit jedem Skitag wuchs die Gewissheit, die sportlichen Herausforderungen auch schwieriger roter und schwarzer Pisten bewältigen zu können. Selbst am Tag, an dem dichter Nebel Bergpanorama, Skipiste und Skiläufer verschluckte, erschallte das "Brettli Hupf". Auch an einem solchen Tag ohne Sicht wurde Ski gefahren und nicht die bei solchem Wetter gern angestrebten "Touren" durch die zahlreichen rechts und links der Piste liegenden gemütlichen, wärmenden Holzhütten gewählt oder ausgedehnte Pausen in den wohligen, hochmodernen "Alpinen Lounge" der Südtiroler Bergwelt mit ihren knisternden Kaminen und ledernen Sesseln gemacht. Hier und jetzt galt es, Skifahren ist Sport und macht Spass! Dazu hatte unser Skilehrer Volker immer wieder ermuntert mit seinem Lehrsatz: "Bei dieser Sicht und der ebenen Piste müsst ihr mit den Füßen sehen". So stürzte er sich mutig bergab in das weiße, wolkige Nirwana, machte einen Rechtsschwung - und war vom Nebel verschluckt. Irgendwie hat sich dieses Fahrgefühl dann aber doch bei allen durchgesetzt. Denn am Abend trafen wir uns wohlbehalten in der Saunawelt des Hotels wieder.

An den folgenden Tagen gab es dafür Bilderbuchwetter. Die Sonne strahlte acht Stunden lang vom tiefblauen Himmel auf die glänzend weißen Pisten. Die Sella-Runde im oder gegen den Uhrzeigersinn gefahren wurde zum Traumerlebnis. Schweigend, von der Gewaltigkeit der bis zu 3.000 Metern hohen Bergen eingenommen, oder gesellig plaudernd wurden die notwendigen zahlreichen Fahrten mit den typisch ratternden Sesselliften zu einem Sonnenbad-Erlebnis. Nur selten blitzte in dieser herrlichen Bergwelt der Gedanke auf, dass die Klimaerwärmung auch hier schon seine Zeichen setzt: Ohne Schneekanonen wäre manche Skipiste trotz winterlicher Jahreszeit nicht zu befahren gewesen.

So hinterließen diese herrlichen Skitage und die jedem Dolomiten-Urlauber bekannten Orte Covara, Grödner Joch, Wolkenstein, St. Christina, Sella-Joch, Canazei, Campitello, Pordoi-Joch und Arabba für uns nordhessische Wintersportler einen bleibenden Eindruck. Irgendwie passte dazu auch der Sturm des vorletzten Skitages, der in seiner plötzlich auftretenden Heftigkeit jedem die Naturgewalten und Klimaveränderungen deutlich vor Augen führte.
milo



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